Kreuzfahrt Russland

Russland KreuzfahrtEine ganz besondere Kreuzfahrt sollte es sein. Mal dahin, wo nicht jeder hin will. Das hatten wir uns nach den ganzen Jahren verdient. Nach zahlreichen Angeboten verschiedener Reedereien haben wir sie dann endlich gefunden. Eine Kreuzfahrt in Russland auf dem Jenisej. Da wo der Himmel das Wasser berührt.

Mit dem Flieger kommen wir in Krasnojarsk an und verbringen die erste Nacht in einem komfortablen Hotel, wo wir uns von der langen Flugreise erholen können. Nach dem Mittagessen unternahmen wir erst einmal eine Stadtrundfahrt um Krasnojarsk zu erkunden. Das Wahrzeichen der Stadt, welches man auch auf dem 10-Rubel-Schein findet, war die erste Sehenswürdigkeit. Es ist eine kleine aus Steinen errichtete Kapelle von der aus man einen phantastischen Ausblick auf die Stadt und das Jenissejtal hat. Weiter ging die Rundfahrt zum Opernhaus, der Krasnojarsker Philharmonie und dem Alexander Puschkin Schauspielhaus.

Der Nationalpark Stolby verdankt seinen Namen den roetlichen Granitfelsen, welche in bizarre Formen in die Höhe ragen. Sie verleihen der Bergtaiga hier einen zusätzlichen, einzigartigen Reiz. Abends im Hotel ließen wir uns im Hotelrestaurant mit russischer und europäischer Küche verwöhnen. Nach einem Gutenachttrunk an der kleinen Bar im Kaminzimmer gingen wir zu Bett.


Schon recht früh am anderen Morgen legte unser Luxusliner ab. Als erstes passieren wir die am Jenisej-Ufer malerisch gelegene Siedlung Ermolaevo. Eine Stunde später fuhren wir an der geschlossenen mit meterhohem Stacheldrahtzaun umzäunten Stadt Zheleznogorsk vorbei, die jahrzehntelang zur Zeit der Sowjetunion geheim gehalten wurde. Nachmittags erreichen wir den 57. Breitengrad und kamen an dem Ort Predivinsk vorbei. Ein erster Höhepunkt auf der weiteren Fahrt waren die großen Kazatschinski Stromschnellen, die nur große Fahrgastschiffe überwinden können.

Der Fluss fällt allein auf einer Länge von einem Kilometer mehr als einen Meter und die Wellen sind bis zu zwei Meter hoch.

Auf der weiteren Fahrt kamen wir an den Siedlungen Momotowo, Galanino und Kazatschinskoe vorbei und erreichten am Abend die Mündung der Angara. Deshalb werden beim Abendessen Legenden über diesen Ort erzählt. Nach dem Abendessen erreichten wir die fast 20 Kilometerlange Stadt Lesosibirsk am Ufer des Jenisej. Die Stadt hat Bahnanschluss und ist aus diesem Grunde ein großer Umschlagplatz für Güter.

Das lange Aufbleiben hatte sich gelohnt, denn kurz nach Mitternacht erreichten wir Goldgräberstadt Eniseisk, die älteste Stadt am Fluss. Hier war der erste Haltepunkt. Der nächtliche Spaziergang führte uns zu einer orthodoxen Kirche in einem Kloster. Rechtzeitig bevor unser Schiff ablegte, kehrten wir zurück und der erste Erlebnistag ging zu Ende.

Traumreise auf Kreuzfahrtschiffen erleben

Am frühen Morgen ereichten wir die Mündung des Bolschoi Pit und den Ort Nazimovo. Da unser Schiff hier nicht anlegen konnte wurden wir mit schon wartenden Motorbooten vom Schiff abgeholt und an Land gebracht. Nächster Halt war in Jartsevo, wo wir die Hauptsehenswürdigkeit den Pappelpark besichtigt haben. Früh am Abend hielt das Schiff nur ganz kurz in Vorogovo. Da hier die Haltezeit zur kurz für eine Besichtigung war, erzählte der Reiseleiter abends beim Abendessen über die Kosakensiedlung.

Der nächste Haltepunkt war an einer gesonderten Stelle, wo die Entsorgung von Müll und die Aufnahme von Wasser stattfand.

Der schönste Teil der Fahrt an diesem Tag waren die Osinovskie Stromschnellen und die anschließende Passierung durch ein Inselmeer. Die abendliche Sonne ließ die Insel Barotschka in ein sanftes rot tauchen. Anschließend erreichten wir die Mündung des Podkamennaja Tunguska. Ein sehr beeindruckender Fluss, der nur einige Kilometer bis zum Dorf Vanavara für ein paar Tage befahrbar ist. Ein Stop in Bor, wo Jäger, Angler und Wissenschaftler leben, war der Abschluss des Tages. Unser Reiseleiter berichtete uns über die Einwohner von Vanavara und dessen Herausforderungen am nächsten Vormittag.
Im Laufe des nächsten Tages fuhren wir an einer Reihe von Taigadörfern vorbei und es machte Spaß zuzusehen, wie die Passagiere auf unserem Schiff bei Fahrt ein- und ausstiegen. Keines der Dörfer hatte eine Anlegestelle, so wurden die Passagiere mit Motorbooten zum Schiff gebracht, die dann über eine kleine Leiter in das Schiff ein- oder aussteigen mußten.
Tunguska besteht nur noch aus zwei bewohnten Häusern und ist trotzdem bis heute auf jeder Sibirienkarte eingetragen.

Vor Mitternacht erreichten wir Turuchansk. Dieses Gebiet nennt man auch das Land der schwarzen Tage und weißen Nächte und ist nach seiner Verhaftung in Petersburg, der Verbannungsort von Lenins Nachfolger Stalin.

In Kurejka lebte Stalin in einer kleinen Fischerhütte am Fluss. Hierüber erfuhren wir von unserem Reiseleiter, am Vormittag des nächsten Tages, nach Erreichen der Siedlung Kureika, mehr.

Riesen und Kreuzfahrten am Polarkreis

Schiffsreise RusslandDoch vorher wurden wir am frühen Morgen beim Überqueren des Polarkreises getauft. Die sogenannte Polartaufe gibt es bei allen, die das erste Mal den Polarkreis überqueren. Anschließend stießen wir mit einem russischen Schampanski an.

Der vorletzte Halt war Ermakovo. Nachmittags besuchten wir ein weltweit einzigartiges Museum über den Permafrostboden.
Das Museum war früher ein unterirdisches wissenschaftliches Laboratorium.
Durch einen 10 Meter langen Schacht in die Tiefe gelangt man unter die Erde, wo sehr anschaulich die Tier- und Pflanzenwelt der Region Igarka dokumentiert wird.
Weiter erfährt man in diesem Museum alles über den Bau auf dem Permafrost, die Geschichte des Baus der Stalin-Eisenbahn und über die Erschließung Russlands Norden. Anschließend blieb uns noch genügend Zeit für einen Stadtrundgang und einem Abendessen in einem Cafe in der Stadt.

Nächster und letzter Halt mit unserem Schiff war Igarka. Hier hatten wir uns noch die alten Eisenbahnschwellen, verbogene Brücken und alte Lokomotiven angeschaut, die von Stalins Projekt dem Eisenbahnbau stammten. Der Bau wurde geheim gehalten und zumeist politische Häftlinge mussten unter unmenschlichen Bedingungen an dieser Eisenbahnlinie arbeiten.

Nach dem Tode Stalins wurde das Projekt eingestellt.

Vom Schiff, in Igarka, aus fuhren wir erstmal in ein einfaches aber sauberes und gepflegtes Hotel in der Nähe des kleinen Flughafens.

Nachmittags fuhren wir dann zum Flughafen wo wir mit einem Linienflug wieder nach Krasnojarsk kamen. Hier hieß es dann beim Besteigen unseres Flugzeugs zurück in die Heimat „Auf ein herzliches Wiedersehen!“

© Fotos HKB

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